Katrin Staffler – Neue Pflegebevollmächtigte mit frischem Blick und klaren Zielen

Am 28. Mai 2025 wur­de Kat­rin Staff­ler (CSU) zur neu­en Bevoll­mäch­tig­ten der Bun­des­re­gie­rung für Pfle­ge ernannt. Die 43-jäh­ri­ge Bio­che­mi­ke­rin und Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te über­nimmt damit eine Schlüs­sel­rol­le in der deut­schen Gesund­heits­po­li­tik. Ihre Ernen­nung erfolgt in einer Zeit, in der die Pfle­ge­bran­che vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen steht.

Wer ist Katrin Staffler?

Kat­rin Staff­ler wur­de am 4. Novem­ber 1981 in Dach­au gebo­ren. Nach ihrem Stu­di­um der Bio­che­mie an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen arbei­te­te sie zunächst in der For­schung und spä­ter in der Öffent­lich­keits­ar­beit, unter ande­rem als Pres­se­spre­che­rin der Hypo­Ver­eins­bank. Seit 2017 ver­tritt sie den Wahl­kreis Fürs­ten­feld­bruck im Deut­schen Bun­des­tag. Dort war sie unter ande­rem Mit­glied im Aus­schuss für Bil­dung, For­schung und Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung sowie stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der CSU-Landesgruppe.

Neue Rolle als Pflegebevollmächtigte

Als Pfle­ge­be­voll­mäch­tig­te der Bun­des­re­gie­rung tritt Staff­ler die Nach­fol­ge von Clau­dia Moll (SPD) an. In ihrer neu­en Funk­ti­on ist sie zen­tra­le Ansprech­part­ne­rin für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge, Pfle­ge­kräf­te und pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge. Sie soll sicher­stel­len, dass deren Inter­es­sen im poli­ti­schen Raum Gehör fin­den und bei Geset­zes­vor­ha­ben berück­sich­tigt werden.

Staff­ler betont die Dring­lich­keit von Refor­men im Pflegebereich:

„Die Pfle­ge­ver­si­che­rung steht am Schei­de­weg. Ein ‚wei­ter so‘ kann es nicht geben. Ich wer­de als Pfle­ge­be­voll­mäch­tig­te des­halb jeden Stein umdre­hen und prü­fen, wie die Ver­sor­gung trotz schwie­ri­ger Finanz­la­ge lang­fris­tig sta­bi­li­siert und in die Zukunft geführt wer­den kann.“

Fokus auf Bürokratieabbau: Das Ein-Step-Projekt soll zurückkommen

Ein zen­tra­les Anlie­gen Staff­lers ist der Abbau von Büro­kra­tie in der Pfle­ge. In ihrem ers­ten Inter­view als Pfle­ge­be­voll­mäch­tig­te mit Table.Media erklärt sie:

„Der Büro­kra­tie­ab­bau in der Pfle­ge zählt zu mei­nen Schwerpunktthemen.“

Sie wol­le das bekann­te Ein-Step-Pro­jekt wie­der auf­le­ben las­sen und habe hier­zu bereits Gesprä­che mit rele­van­ten Akteu­ren geführt. Aus die­sem Pro­jekt war damals die Struk­tu­rier­te Infor­ma­ti­ons­samm­lung (SIS) her­vor­ge­gan­gen, die heu­te bun­des­weit in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen eta­bliert ist. Ihr Ziel sei es, gemein­sam mit Soft­ware­her­stel­lern die Doku­men­ta­ti­ons­pflich­ten so schlank und ein­fach wie mög­lich zu gestalten.

Das Ein-Step-Pro­jekt wur­de ursprüng­lich vom dama­li­gen Pfle­ge­be­voll­mäch­tig­ten Karl-Josef Lau­mann (CDU) zwi­schen 2013 und 2017 ins Leben geru­fen. Die dar­aus resul­tie­ren­de SIS gilt in Fach­krei­sen als Mei­len­stein der Entbürokratisierung.

Staff­ler äußert sich auch deut­lich zu den Gren­zen zwi­schen Sek­to­ren im Gesundheitssystem:

„Heim­be­woh­ner, die für den Kathe­ter­wech­sel extra ins Kran­ken­haus müs­sen – das ist teu­er, kom­pli­ziert und belas­tet Pfle­ge­kräf­te und Betrof­fe­ne gleichermaßen.“

Auch wenn sie sich zum Pfle­ge­kom­pe­tenz­ge­setz und dem Pfle­ge­as­sis­tenz­ge­setz diplo­ma­tisch äußert – sie hof­fe, bei­de wür­den noch vor der Som­mer­pau­se beschlos­sen – bleibt sie in ihrer Hal­tung zur eige­nen Rol­le klar:

„Ich sehe es nicht als Nach­teil, fach­fremd zu sein. In einem so kom­ple­xen Sys­tem ist ein unver­stell­ter Blick durch­aus von Vorteil.“

Reaktionen aus der Pflegebranche

Die Ernen­nung Staff­lers wur­de von ver­schie­de­nen Akteu­ren im Gesund­heits­we­sen posi­tiv auf­ge­nom­men. Der Bun­des­ver­band Pfle­ge­ma­nage­ment sieht in ihr eine erfah­re­ne Poli­ti­ke­rin, die fri­schen Wind in die Pfle­ge­po­li­tik brin­gen kann. Gleich­zei­tig for­dern Ver­bän­de wie der Deut­sche Berufs­ver­band für Pfle­ge­be­ru­fe (DBfK), das Amt der Pfle­ge­be­voll­mäch­tig­ten lang­fris­tig als „Chief Govern­ment Nur­se“ im Kanz­ler­amt zu verankern.

Fazit

Mit Kat­rin Staff­ler über­nimmt eine enga­gier­te und prag­ma­ti­sche Poli­ti­ke­rin die Ver­ant­wor­tung für einen der sen­si­bels­ten Berei­che des Gesund­heits­we­sens. Ihre kla­ren Wor­te und ihr lösungs­ori­en­tier­ter Ansatz – ins­be­son­de­re beim Büro­kra­tie­ab­bau – las­sen auf kon­kre­te Fort­schrit­te in der Pfle­ge hof­fen. Ihre Auf­ga­be wird es sein, die Pfle­ge in Deutsch­land zukunfts­fä­hig zu gestal­ten, büro­kra­ti­sche Hür­den abzu­bau­en und die Arbeits­be­din­gun­gen für Pfle­ge­kräf­te zu verbessern.

Hinterlassen Sie einen Kommentar