Wenn Eltern oder Groß­el­tern alters­be­dingt Pfle­ge benö­ti­gen, dann steht oft die Fra­ge im Raum, ob der Ver­bleib im eige­nen Zuhau­se mög­lich ist. Das glei­che gilt für Betrof­fe­ne aller Alters­grup­pen, die wegen kör­per­li­chen Ein­schrän­kun­gen oder aus ande­ren Grün­den kein eigen­stän­di­ges Leben mehr füh­ren können.

So stark der Wil­le zu hel­fen auch ist, so belas­tend kann die Situa­ti­on für Ange­hö­ri­ge sein. Erfah­ren Sie in unse­rem Rat­ge­ber zur Finan­zie­rung und Kos­ten­über­nah­me für die Pfle­ge zuhau­se, wel­che Mög­lich­kei­ten Ihnen offen­ste­hen und wel­che finan­zi­el­le Unter­stüt­zung Sie von Ihrer Pfle­ge­kas­se erwar­ten kön­nen. Fin­den Sie außer­dem her­aus, wel­che Fort­bil­dungs­mög­lich­kei­ten pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen zur Ver­fü­gung ste­hen und wel­che gesetz­li­chen Rege­lun­gen es hin­sicht­lich der Ver­ein­bar­keit von Pfle­ge und Beruf gibt.

1. Größtmögliche Autonomie: die Pflege zu Hause

Die Pfle­ge zuhau­se ermög­licht es pfle­ge­be­dürf­ti­gen Per­so­nen, trotz sin­ken­der Eigen­stän­dig­keit, in einer ver­trau­ten Umge­bung zu blei­ben. Der Umzug ins Pfle­ge- oder Alten­heim bedeu­tet für vie­le Men­schen den schmerz­li­chen Ver­lust von gewohn­ten Räum­lich­kei­ten, einem Stück Auto­no­mie, Kon­tak­ten zu Nach­barn und Co. und schlimms­ten­falls auch eine grö­ße­re Ent­fer­nung zu Freun­den und Familie.

Solan­ge es der Zustand der zu pfle­gen­den Per­son erlaubt, ist die Pfle­ge zuhau­se also häu­fig eine gute Mög­lich­keit, im eige­nen Zuhau­se Unter­stüt­zung im All­tag zu bekommen.

2. Warum die Pflege zu Hause nicht für jeden infrage kommt

Nicht immer ist die Pfle­ge zuhau­se die bes­te Lösung. Aus ver­schie­de­nen Grün­den kann es sein, dass die­se Art der Pfle­ge nicht infra­ge kommt oder nicht unbe­dingt erwünscht ist. Dazu zäh­len zum Bei­spiel die folgenden:

  • kei­ne Ange­hö­ri­gen oder nur Ange­hö­ri­ge mit wenig Zeit für aus­rei­chend Pfle­ge vorhanden
  • Grad der Eigen­stän­dig­keit zu nied­rig für ambu­lan­ten Pfle­ge­dienst, umfas­sen­de­re Betreu­ung wird benötigt
  • kaum sozia­le Kon­tak­te an Wohnort

Gera­de Per­so­nen, die auf­grund ihrer Pfle­ge­be­dürf­tig­keit wenig bis kei­ne sozia­len Kon­tak­te haben, füh­len sich oft in Pfle­ge­hei­men, in denen sie auf Men­schen in ähn­li­chen Lebens­si­tua­tio­nen tref­fen und in denen es Gemein­schafts­an­ge­bo­te gibt, wohler.

Ob die Pfle­ge zuhau­se infra­ge kommt, kann nur die pfle­ge­be­dürf­ti­ge Per­son selbst ent­schei­den, im bes­ten Fall gemein­sam mit einem Ange­hö­ri­gen. Spre­chen Sie uns ger­ne an, wenn Sie noch unsi­cher sind, ob und wel­che Art der Pfle­ge zuhau­se für Sie infra­ge kommt.

3. Die verschiedenen Möglichkeiten für die Pflege zu Hause

Um Pfle­ge­be­dürf­ti­gen ein Leben zuhau­se zu ermög­li­chen, stellt die Pfle­ge­ver­si­che­rung eine Viel­zahl von Leis­tun­gen zur Ver­fü­gung. Dabei gibt es sowohl Mög­lich­kei­ten der ambu­lan­ten Betreu­ung als auch die Inan­spruch­nah­me von Geld­leis­tun­gen. Zusam­men mit ihren Ange­hö­ri­gen kön­nen pfle­ge­be­dürf­ti­ge Per­so­nen ent­schei­den, wel­che Leis­tun­gen am bes­ten zu ihrer Lebens­si­tua­ti­on passen.

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4. Betreuung durch ambulanten Pflege- oder Betreuungsdienst

Ambu­lan­te Pfle­ge­diens­te unter­stüt­zen sowohl die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen zuhau­se als auch die Ange­hö­ri­gen bei der Ver­ein­bar­keit von Betreu­ung und Berufs­le­ben. Der ambu­lan­te Dienst kommt je nach Bedarf mehr­mals in der Woche oder sogar mehr­mals am Tag zu der pfle­ge­be­dürf­ti­gen Per­son nach Hau­se und bie­tet fol­gen­de Leis­tun­gen an:

  • Kör­per­pfle­ge, Ernäh­rung und För­de­rung der Bewegungsfähigkeit
  • Unter­stüt­zung im Haus­halt und bei der Ver­mitt­lung von Hilfsdiensten
  • Unter­stüt­zung bei der All­tags­ge­stal­tung und der Erhal­tung sozia­ler Kontakte
  • häus­li­che Kran­ken­pfle­ge, wie die Gabe von Medi­ka­men­ten, Ver­bands­wech­sel oder Injek­tio­nen als Leis­tung der Krankenversicherung
  • Bera­tung der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen und ihrer Angehörigen

Ambu­lan­te Betreu­ungs­diens­te bie­ten eben­falls per­sön­li­che Hil­fe­leis­tun­gen unter der Lei­tung einer ver­ant­wort­li­chen, fach­lich qua­li­fi­zier­ten Kraft an. Die­se Fach­kraft muss kei­ne Pfle­ge­fach­kraft sein. Zu der Leis­tung der Betreu­ungs­diens­te gehö­ren die häus­li­che Betreu­ung und Hil­fe bei der Haushaltsführung.

Einzelpflegekräfte

Auch Ein­zel­pfle­ge­kräf­te kom­men für die Unter­stüt­zung bei der Pfle­ge zuhau­se infra­ge. Dabei han­delt es sich um selbst­stän­di­ge Alten­pfle­ger oder Alten­pfle­ge­hel­fer, die Pfle­ge­be­dürf­ti­ge der Pfle­ge­gra­de 2 bis 5 unter­stüt­zen. Vor­aus­set­zung ist, dass die Ein­zel­pfle­ge­kraft einen Ver­trag mit der zustän­di­gen Pfle­ge­kas­se abge­schlos­sen hat. Dies kann dabei hel­fen, beson­de­re Wün­sche von Pfle­ge­be­dürf­ti­gen bei der Gestal­tung der Unter­stüt­zung zu erfüllen.

Pflege durch die Angehörigen

Bevor­zugt die pfle­ge­be­dürf­ti­ge Per­son die Pfle­ge durch Ange­hö­ri­ge statt durch einen ambu­lan­ten Dienst, gibt es auch hier ver­schie­de­ne Ange­bo­te zur Unter­stüt­zung. Zum einen bie­ten Pfle­ge­kas­sen unent­gelt­li­che Schu­lungs­kur­se an, zum ande­ren gibt es Rege­lun­gen zu Frei­stel­lun­gen vom Beruf auf­grund von kurz­zei­ti­gen Arbeitsverhinderungen.

5. Schulungen für Angehörige durch Pflegekassen

Bei all­täg­li­chen und haus­wirt­schaft­li­chen Tätig­kei­ten kön­nen Ange­hö­ri­ge ohne Pro­ble­me hel­fen, doch vie­le ver­fü­gen nicht über das Fach­wis­sen der Kran­ken- und Kör­per­pfle­ge und haben daher Angst, etwas falsch zu machen. Um die nöti­ge Sicher­heit und ein gewis­ses Basis­wis­sen zu ver­mit­teln, bie­ten die Pfle­ge­kas­sen, häu­fig in Zusam­men­ar­beit mit Pfle­ge­diens­ten oder Volks­hoch­schu­len, kos­ten­lo­se Schu­lungs­kur­se an. Nicht nur prak­ti­sche Tipps zu den unter­schied­lichs­ten The­men kön­nen den Ange­hö­ri­gen bei der Pfle­ge hel­fen, son­dern auch die Mög­lich­keit, sich mit ande­ren Teil­neh­mern des Kur­ses aus­zu­tau­schen und Kon­tak­te zu knüp­fen. Bei Bedarf ist es eben­falls mög­lich, die Schu­lung zuhau­se bei der pfle­ge­be­dürf­ti­gen Per­son durchzuführen.

6. Kurzzeitige Freistellung vom Beruf

Das uner­war­te­te Ein­tre­ten eines Pfle­ge­falls oder ein ver­schlim­mer­ter Zustand eines Pfle­ge­be­dürf­ti­gen kön­nen dazu füh­ren, dass Ange­hö­ri­ge mehr Zeit für die Pfle­ge auf­brin­gen müs­sen. Aus die­sem Grund wur­den Mög­lich­kei­ten geschaf­fen, den pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen genü­gend Zeit für die Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung not­wen­di­ger Ange­le­gen­hei­ten zu gewähr­leis­ten. Gem. § 2 Abs. 1 Pfle­geZG haben „Beschäf­tig­te […] das Recht, bis zu zehn Arbeits­ta­ge von der Arbeit fern­zu­blei­ben, um für einen pfle­ge­be­dürf­ti­gen nahen Ange­hö­ri­gen in einer akut auf­ge­tre­te­nen Pfle­ge­si­tua­ti­on eine bedarfs­ge­rech­te Pfle­ge zu orga­ni­sie­ren”. Reicht die­se kurz­zei­ti­ge Arbeits­ver­hin­de­rung nicht aus, kann sich der pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge auch für die Dau­er von bis zu sechs Mona­ten frei­stel­len las­sen kann. Die­se Pfle­ge­zeit kann jedoch nur bei Arbeit­ge­bern mit mehr als 15 Beschäf­tig­ten in Anspruch genom­men werden.

7. Die Leistungen der Pflegeversicherung bei Pflege zu Hause

Die Leis­tun­gen, die Ihnen von Ihrer Pfle­ge­ver­si­che­rung zuste­hen, rich­ten sich nach dem Grad der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit. Hier­für müs­sen Sie bei Ihrer Pfle­ge­kas­se einen Antrag auf Ein­stu­fung in einen Pfle­ge­grad stel­len. Bei einem Gut­ach­ter­ter­min mit dem MDK oder Medi­cpro­of wird anschlie­ßend von Exper­ten ein­ge­schätzt, wie hoch Ihre bzw. die Pfle­ge­be­dürf­tig­keit Ihres Ange­hö­ri­gen ist. Die Ein­stu­fung erfolgt in die Pfle­ge­gra­de 1 bis 5, je nach Höhe der Eigenständigkeit.

Pfle­ge­be­dürf­ti­ge haben das Recht selbst zu ent­schei­den, wel­che Art der häus­li­chen Pfle­ge ihnen am liebs­ten ist. Bei der Pfle­ge durch Ange­hö­ri­ge wird die­se durch Pfle­ge­geld unter­stützt. Aber auch für die Pfle­ge durch einen ambu­lan­ten Pfle­ge­dienst kön­nen finan­zi­el­le Hil­fen der Pfle­ge­kas­se in Anspruch genom­men werden.

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8. Pflegegeld

Pfle­ge­geld steht Ihnen zu, wenn Sie statt eines ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­tes die Unter­stüt­zung von Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, Freun­den oder Bekann­ten in Anspruch neh­men. Dabei küm­mert sich die zu pfle­gen­de Per­son bzw. ein Ange­hö­ri­ger selbst­stän­dig um die Orga­ni­sa­ti­on der Pfle­ge und ver­fügt im Gegen­zug frei über den von der Pfle­ge­kas­se zur Ver­fü­gung gestell­ten Betrag. Die­ser wird nach eige­nem Ermes­sen an die pfle­gen­den Pri­vat­per­so­nen wei­ter­ge­ge­ben. Wäh­rend die Organisation
zusätz­li­chen Auf­wand bedeu­tet, sind Sie mit dem Pfle­ge­geld maxi­mal fle­xi­bel und kön­nen von Ange­hö­ri­gen und Co. genau die Leis­tun­gen in Anspruch neh­men, die Sie benötigen.
Die Leis­tun­gen der Pfle­ge­kas­se bei Pfle­ge­geld staf­feln sich wie folgt, abhän­gig nach Pflegegrad:

Grad der Pfle­ge­be­dürf­tig­keitmax. monatl. Leis­tung der Pflegekasse
Pfle­ge­grad 1-
Pfle­ge­grad 2316 Euro
Pfle­ge­grad 3545 Euro
Pfle­ge­grad 4728 Euro
Pfle­ge­grad 5901 Euro

9. Pflegesachleistungen

Als Pfle­ge­sach­leis­tun­gen wer­den die­je­ni­gen finan­zi­el­len Leis­tun­gen Ihrer Pfle­ge­kas­se bezeich­net, die Ihnen zuste­hen, wenn Sie die Hil­fe eines ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­tes in Anspruch neh­men. Wel­che Auf­ga­ben Pfle­ger ambu­lan­ter Pfle­ge­diens­te übli­cher­wei­se erfül­len, erfah­ren Sie unter 3. Genau wie beim Pfle­ge­geld ist auch die Höhe der Kos­ten­über­nah­me für ambu­lan­te Pfle­ge­diens­te nach Pfle­ge­gra­den gestaffelt:

Grad der Pfle­ge­be­dürf­tig­keitmax. monatl. Leis­tung der Pflegekasse
Pfle­ge­grad 1-
Pfle­ge­grad 2689 Euro
Pfle­ge­grad 31.298 Euro
Pfle­ge­grad 41.612 Euro
Pfle­ge­grad 51.995 Euro

10. Kombinationsleistungen

Im Nor­mal­fall ent­schei­den Sie sich für eine der bei­den vor­ge­stell­ten Pfle­ge­ar­ten für zuhau­se. Ent­we­der pas­siert die Pfle­ge durch einen Ange­hö­ri­gen oder eine ande­re Ver­trau­ens­per­son und Sie erhal­ten Pfle­ge­geld oder aber, Ihre Pfle­ge­kas­se über­nimmt einen fest­ge­leg­ten Teil der Kos­ten für einen ambu­lan­ten Pflegedienst.

Es besteht aber auch die Mög­lich­keit, Pfle­ge­geld und Pfle­ge­sach­leis­tun­gen zu kom­bi­nie­ren. Hier­bei ver­rin­gert sich das Pfle­ge­geld, je mehr Pfle­ge­sach­leis­tun­gen Sie in Anspruch nehmen.

11. Lassen Sie sich von Experten beraten

Wel­che Art der häus­li­chen Pfle­ge am bes­ten geeig­net ist, hängt von den indi­vi­du­el­len Vor­stel­lun­gen, Gege­ben­hei­ten und Bedürf­nis­sen ab. Fin­den Sie mit unse­ren Exper­ten gemein­sam her­aus, ob für Sie die Pfle­ge durch Ange­hö­ri­ge, durch einen ambu­lan­ten Pfle­ge­dienst oder durch eine genau auf Sie abge­stimm­te Kom­bi­na­ti­on aus bei­dem die bes­te Wahl ist.

Wir von Fami­li­a­ra unter­stüt­zen Sie bereits im Vor­feld bei der Antrags­stel­lung, berei­ten Sie auf Ihren Ter­min mit dem MDK oder Medi­cpro­of vor und hel­fen Ihnen bei der Ent­schei­dung für eine opti­ma­le Pfle­ge zuhau­se. Auch die Anträ­ge zur Finan­zie­rungs­hil­fe für Ihre Pfle­ge­kas­se gehen wir ger­ne mit Ihnen gemein­sam durch.

Sie haben bereits einen Antrag gestellt, Ant­wort der Pfle­ge­kas­se und die Pfle­ge­grad-Ein­stu­fung ent­spre­chen aber nicht Ihren Vor­stel­lun­gen? Legen Sie mit unse­rer Hil­fe Wider­spruch ein. Wir ste­hen an Ihrer Sei­te, wenn Sie die Ent­schei­dung Ihrer Pfle­ge­kas­se anfech­ten möch­ten und das im Ernst­fall auch bis zur Kla­ge. Las­sen Sie sich von unse­ren Exper­ten bera­ten, die dafür sor­gen, dass Sie genau die Pfle­ge­grad-Ein­stu­fung und die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung bekom­men, die Ihnen zustehen.

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