1. Einen höheren Pflegegrad beantragen

Sie sind mit Ihrem Pflege­grad nicht ein­ver­standen? Dann haben Sie die Möglichkeit, bei Ihrer Pflegekasse einen Höher­stu­fungsantrag zu stellen. Die Erfahrun­gen unser­er Pflege­ber­ater zeigen, dass eine Über­prü­fung des Pflege­grads (Pflegestufe) in vie­len Fällen zum Erfolg führt. 

Tipp: Überprüfen Sie Ihren Pflegegrad

Am 1. Juli 2017 wur­den Pflegestufen automa­tisch auf Pflege­grade umgestellt. Seit­dem hat schätzungsweise jed­er Fün­fte Anspruch auf einen höheren Pflege­grad. Auch wenn sich die Pfle­ge­si­t­u­a­tion nicht verän­dert hat. Wir empfehlen Ihnen daher, Ihre Chan­cen auf eine Höher­stu­fung zu prüfen. Es kön­nte sich für Sie lohnen.

2. Wann sollten Sie einen Antrag auf Höherstufung stellen?

Wenn sich Ihre gesund­heitliche Sit­u­a­tion weit­er ver­schlechtert und Sie mehr Pflege benöti­gen, soll­ten Sie unbe­d­ingt einen Höher­stu­fungsantrag stellen. Gut zu wis­sen: Die 5 Pflege­grade müssen nicht Schritt für Schritt durch­laufen wer­den. Schre­it­et Ihre kör­per­liche oder psy­chis­che Beein­träch­ti­gung schnell voran, kön­nen Sie auch Pflege­grade überspringen.

Auch wenn sich Ihre Sit­u­a­tion nicht wesentlich verän­dert hat, kann sich ein Höher­stu­fungsantrag lohnen: Grund dafür ist die 2017 vorgenommene Umstel­lung von Pflegestufen auf Pflege­grade. Die bis dahin gel­tenden Pflegestufen wur­den ohne erneute Begutach­tung in Pflege­grade über­set­zt. Viele Pflegebedürftige haben dadurch einen zu gerin­gen Pflege­grad erhal­ten und bekom­men nicht die Leis­tun­gen, die Ihnen eigentlich zustehen.

Unsere Pflege­ber­ater helfen Ihnen gerne dabei, Ihre Aus­sicht­en auf einen höheren Pflege­grad bess­er einzuschätzen und ste­hen Ihnen auch bei der Antrag­stel­lung mit ihrer Erfahrung zur Seite.

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3. War die Umstellung Ihrer Pflegestufe auf einen Pflegegrad gerecht?

2017 haben rund 2,7 Mil­lio­nen Pflegebedürftige in Deutsch­land einen Bescheid von ihrer Pflegekasse erhal­ten. Darin wur­den sie über die Umstel­lung ihrer Pflegestufe auf einen Pflege­grad informiert. Statt drei Pflegestufen gibt es seit­dem fünf Pflege­grade. Wer bish­er zum Beispiel eine Pflegestufe 1 hat­te, ist nun in Pflege­grad 2. Wer zusät­zlich von ein­er eingeschränk­ten All­t­agskom­pe­tenz betrof­fen war, erhält jet­zt Leis­tun­gen des Pflege­grades 3.

Geset­zge­ber und Kassen haben in den let­zten Jahren aus­führlich getestet, ob die Über­leitung von Pflegestufen in Pflege­grade wirk­lich zu ver­gle­ich­baren Leis­tun­gen geführt hat. Das Ergeb­nis: Jed­er fün­fte Pflegebedürftige war entwed­er zu hoch oder zu niedrig eingestuft. Diejeni­gen, die zu hoch eingestuft wur­den, sind durch den Geset­zge­ber abgesichert: für sie beste­ht Bestandss­chutz. Sie erhal­ten mehr Leis­tun­gen, als ihnen nach dem neuen Begutach­tungssys­tem zuste­ht, wer­den aber den­noch nicht herabgestuft.

MDK Pflegebegutachtungen

Ergeb­nisse der Pflege­be­gutach­tun­gen nach dem neuen Begutach­tungsver­fahren in Prozent

Quelle: https://www.mds-ev.de/mdk-statistik/spv-beratungen-und-begutachtungen.html

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4. Haben Sie Anspruch auf einen höheren Pflegegrad?

Mehr als eine halbe Mil­lion Pflegebedürftige, die von der Pflegekasse automa­tisch auf einen neuen Pflege­grad umgestellt wur­den, kön­nten möglicher­weise einen höheren Pflege­grad und mehr Leis­tun­gen erhal­ten. Der Grund: Während das alte Begutach­tungsver­fahren vor allem die kör­per­liche Pflegebedürftigkeit bew­ertet hat, wer­den im „Neuen Begutach­tungsin­stru­ment“ (NBI) auch psy­chis­che Prob­leme (wie bei Demenz) stärk­er berücksichtigt.

Aber auch wenn die betrof­fene Per­son nicht oder nur ger­ing unter ein­er Demenz lei­det, kann eine Über­prü­fung der Pfle­ge­si­t­u­a­tion zu einem höheren Pflege­grad führen. Denn auch Fra­gen der Selb­stver­sorgung, des Umgangs mit Krankheit­en oder Unfall­fol­gen (Medika­tion, Ver­bandwech­sel, Begleitung bei Arztbe­suchen) und des All­t­agslebens (Gestal­tung des Tagesablaufes, Kon­tak­tpflege zu anderen Men­schen) fließen nun zum ersten Mal oder stärk­er als bish­er in die Bew­er­tung ein.

5. Besitzstandsschutz: Kein Risiko der Herabstufung

Für alle, die schon vor dem 31. Dezem­ber 2016 Leis­tun­gen aus der Pflegev­er­sicherung bezo­gen haben (auch Pflegestufe 0), gilt der garantierte Bestandss­chutz. Das bedeutet: Auch wenn eine Höher­stu­fungs­be­gutach­tung ergeben würde, dass die Voraus­set­zun­gen für den bewil­ligten Pflege­grad nicht mehr erfüllt sind, erhält die pflegebedürftige Per­son weit­er­hin ihre Leistungen.

6. Vorsicht bei Einstufungen, die schon viele Jahre zurückliegen

Der Bestandss­chutz gilt allerd­ings nur, wenn die Pflegebedürftigkeit nicht voll­ständig aberkan­nt wer­den muss. Das würde passieren, wenn bei der erneuten Begutach­tung die Min­dest­punk­tzahl für Pflege­grad 1 nicht erre­icht wird (12,5 Punk­te). In diesem Fall kann die Pflegev­er­sicherung – trotz des geset­zlichen Bestandss­chutzes – die Leis­tun­gen kom­plett einstellen.

Wir hat­ten in den let­zten zehn Jahren immer wieder Fälle, bei denen die Betrof­fe­nen „schlafende Hunde geweckt“ haben. Ein Quer­schnitts­gelähmter zum Beispiel, der nach vie­len Jahren die Höher­stu­fung auf Pflegestufe 2 beantragt hat­te und damit das Gegen­teil erre­icht hat: die voll­ständi­ge Aberken­nung der Pflegebedürftigkeit.

Tipp: Nutzen Sie den Pflegegradrechner

Pflegebedürftige, die schon seit vie­len Jahren Leis­tun­gen aus der Pflegev­er­sicherung erhal­ten (beson­ders Pflegestufe 1 bzw. Pflege­grad 2), soll­ten das Risiko her­abgestuft zu wer­den genau prüfen. Nutzen Sie dafür unseren Pflege­gradrech­n­er und ermit­teln Sie Ihren Pflege­grad selbst.

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7. Sonderfall: Höherstufung des Pflegegrades bei Kindern

Auch bei Höher­stu­fungsanträ­gen für pflegebedürftige Kinder soll­ten Sie vor­sichtig sein. Der MDK-Gutachter geht davon aus, dass sich der Umgang mit der Behin­derung und die Selb­st­ständigkeit mit dem Her­anwach­sen verbessert. Darum wird jed­er Höher­stu­fungsantrag kri­tisch beurteilt. Im schlimm­sten Fall kann eine selb­st ver­an­lasste Wieder­hol­ungs­be­gutach­tung dazu führen, dass die Pflegebedürftigkeit als nicht mehr vorhan­den eingeschätzt wird – auch wenn die betrof­fe­nen Eltern das ganz anders sehen.

Die bei Kindern regelmäßig ange­ord­neten Wieder­hol­ungs­be­gutach­tun­gen sind zwar derzeit aus­ge­set­zt. Die Kasse kann aber eine erneute Prü­fung anord­nen, wenn sich der Grad der Pflegebedürftigkeit mit fortschre­i­t­en­dem Alter ver­ringert haben kön­nte. Wer also mit dem Gedanken spielt, einen Höher­stu­fungsantrag für sein Kind zu stellen, sollte sich am besten vorher berat­en lassen.

8. Fazit: Chancen nutzen – Risiken erkennen

Seit der Umstel­lung auf Pflege­grade ist es möglich, auch ohne Ver­schlechterung der Pfle­ge­si­t­u­a­tion höhere Leis­tun­gen zu erhal­ten. Das neue Begutach­tungsver­fahren bietet vie­len Betrof­fe­nen die Aus­sicht auf mehr Geld und bessere Leis­tun­gen. In bes­timmten Fällen beste­hen aber Risiken, die vorher fach­lich abgek­lärt wer­den sollten.

Die Ablehnungsquote bei Höher­stu­fungs- und Wieder­hol­ungs­be­gutach­tun­gen lag in den let­zten Jahren bei rund 60 %. Nur ein erfahren­er Pflege­sachver­ständi­ger kann die möglichen Risiken genau ein­schätzen. Generell gilt also: Lassen Sie sich vor Ihrem Höher­stu­fungsantrag von unseren Pflege­grad­ex­perten berat­en. Nach ein­er Begutach­tung bei Ihnen zu Hause kann der Berater unab­hängig ein­schätzen, ob ein höher­er Pflege­grad erre­ich­bar ist und wie Sie sich am besten auf die Begutach­tung durch den MDK vorbereiten.

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Häufige Fragen:

Wir unterstützen Sie bei Ihrem Höherstufungsantrag

Gerne unter­stützen wir Sie bei der Beantra­gung und Durch­set­zung Ihres Pflege­grades. Wir helfen Ihnen bei: 

  • Antrag­stel­lung bei der Pflegeversicherung 
  • Ermit­tlung Ihres gerecht­en Pflegegrades 
  • Zusam­men­stel­lung aller Unter­la­gen und Diagnosen 
  • Vor­bere­itung auf den MDK bzw. Medicproof Begutachtungstermin 
  • Per­sön­liche Begleitung bei der MDK-Begutachtung 
  • Über­prü­fung des Pflegebeschei­des und wenn nötig Widerspruch 
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