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Einen höheren Pflegegrad beantragen – so geht's

Pflegegrad erhöhen

Wenn Sie mit der kürzlich ergangenen Einstufung in einen neuen Pflegegrad nicht einverstanden sind oder bereits im vergangenen Jahr erwogen haben, einen Höherstufungsantrag zu stellen, sind Sie auf dieser Seite richtig. Nach den Erfahrungen unserer Pflegeberater aus über 10.000 Fällen lohnt es sich, auch bei scheinbar geringen Veränderungen der Pflegesituation überprüfen zu lassen, ob die bisher bewilligte Pflegestufe bzw. der neue Pflegegrad noch gerechtfertigt ist.

Das gilt umso mehr, nachdem zum Jahreswechsel 2017 jede Pflegestufe automatisch und ohne erneute Begutachtung in einen Pflegegrad übergeleitet wurde. Doch Vorsicht: Bei jedem Höherstufungsantrag gibt es auch Risiken, die Sie kennen sollten. Auf dieser Seite erläutern wir Ihnen deswegen genau, was Sie beachten müssen – und wie wir Ihnen helfen können.

War die Überleitung in Pflegegrade gerecht?

Zum Jahr 2017 haben Sie und rund 2,7 Millionen weitere Pflegebedürftige in Deutschland einen Bescheid ihrer Pflegekasse erhalten. Ihre Pflegestufe wurde in einen Pflegegrad übergeleitet; aus drei Pflegestufen wurden fünf Pflegegrade. Wer bisher z. B. eine Pflegestufe 1 hatte, ist nun in Pflegegrad 2; wer zusätzlich von einer eingeschränkten Alltagskompetenz betroffen war, erhält jetzt Leistungen des Pflegegrades 3.

Gesetzgeber und Kassen haben in den letzten Jahren ausführlich getestet, ob diese automatische Überleitung zu einem vergleichbaren Pflegegrad führt. 60 % hatten auch im neuen System einen gerechten Pflegegrad; in jeweils 20 % waren die Pflegebedürftigen aber entweder zu hoch oder zu niedrig eingestuft. Für diejenigen, die zu hoch eingestuft wurden, besteht Bestandsschutz. Sie erhalten mehr Leistungen, als ihnen nach dem neuen Begutachtungssystem eigentlich zustünde, müssen aber nicht befürchten, zurückgestuft zu werden.

Tipp: Pflegegrad überprüfen

Jeder Fünfte hat wahrscheinlich seit dem 01.01.2017 Anspruch auf einen höheren Pflegegrad. Auch wenn sich Ihre Pflegesituation in letzter Zeit nicht verändert hat. Es lohnt sich zu prüfen, ob Sie zu dieser Gruppe gehören.

Haben Sie Anspruch auf einen höheren Pflegegrad?

Mehr als eine halbe Million aller Pflegebedürftigen, die von der Pflegekasse automatisch in einen neuen Pflegegrad übergeleitet wurden, könnten möglicherweise einen höheren Pflegegrad – und damit mehr Leistungen – erhalten. Der Grund: Während das alte Begutachtungsverfahren überwiegend die körperliche Pflegebedürftigkeit berücksichtigte, werden im „Neuen Begutachtungsassessment“ (NBA) die mentalen Defizite (z. B. psychische Probleme bei der Demenz) viel stärker gewichtet.

Auch wenn die betroffene Person nicht oder nur gering unter einer Demenz leidet, kann eine genaue Überprüfung der Pflegesituation ergeben, dass eigentlich ein höherer Pflegegrad angemessen wäre. Das liegt daran, dass auch wichtige Fragen der Selbstversorgung, des Umgangs mit Krankheiten oder Unfallfolgen (z. B. Medikation, Verbandwechsel, Begleitung bei Arztbesuchen) und des Alltagslebens (z. B. Gestaltung des Tagesablaufes, Kontaktpflege zu anderen Menschen) erstmalig oder stärker als bisher in die Bewertung der Selbständigkeit einfließen.

Besitzstandsschutz: Kein Risiko der Herabstufung

In den vergangenen Jahren ist es immer wieder passiert, dass die Begutachtung des MDK im Rahmen eines Antrags auf Höherstufung sogar zu einer Herabstufung – oder sogar zu einer Aberkennung der Pflegebedürftigkeit – geführt hat. Ein für die Betroffenen katastrophales Ergebnis, hatten sie doch im schlechtesten Fall damit gerechnet, dass ihr Höherstufungsantrag abgelehnt wird und sie in der bisherigen Pflegestufe verbleiben.

Dieses Risiko ist seit 2017 für alle, die bereits in 2016 eine Pflegestufe (auch Pflegestufe 0) hatten, nicht mehr gegeben. Der Grund hierfür ist der garantierte Bestandsschutz: Auch wenn eine vom Pflegebedürftigen oder seiner Familie beantragte Höherstufungsbegutachtung dazu führen würde, dass die Voraussetzungen für den gewünschten Pflegegrad objektiv nicht mehr gegeben sind, kann der Betroffene sich darauf verlassen, auch weiterhin die bereits bewilligten Leistungen zu erhalten.

Vorsicht bei seit vielen Jahren unveränderter Einstufung

Der Bestandsschutz des Gesetzgebers gilt allerdings nur, solange die Pflegebedürftigkeit nicht vollständig aberkannt werden muss. Dies wäre dann gegeben, wenn die erneute Begutachtung zu einem Punktwert unter 12,5 (Mindestpunktzahl für Pflegegrad 1) führen würde. In diesem Fall hätte die Pflegeversicherung – trotz des gesetzlichen Bestandsschutzes – die Möglichkeit, die Leistungen komplett einzustellen.

Pflegebedürftige, die schon seit vielen Jahre Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten (insbesondere Pflegestufe 1 bzw. Pflegegrad 2) und in 2017 einen Höherstufungsantrag stellen wollen, sollten dieses Risiko im Vorfeld genau prüfen. Wir hatten in den letzten zehn Jahren immer wieder Fälle, bei denen die Betroffenen „schlafende Hunde geweckt“ haben; so z. B. ein Querschnittsgelähmter, der nach vielen Jahren in Pflegestufe 1 nun die Pflegestufe 2 wollte, mit seinem Höherstufungsantrag aber genau das Gegenteil erreicht hat: die vollständige Aberkennung der Pflegebedürftigkeit.

Ermitteln Sie Ihren Pflegegrad selbst mit unserem Pflegegradrechner, wenn Sie die Sorge haben, Ihr Pflegegrad könnte Ihnen aberkannt werden.

Sonderfall: Höherstufung des Pflegegrades bei Kindern

Auch bei Höherstufungsanträgen für pflegebedürftige Kinder ist Vorsicht geboten. Da der MDK-Gutachter zunächst davon ausgeht, dass sich der Umgang mit der Behinderung und die Selbständigkeit im Laufe des Heranwachsens verbessern, wird jeder Höherstufungsantrag zunächst kritisch beurteilt. Im schlimmsten Fall kann eine selbst veranlasste Wiederholungsbegutachtung dazu führen, dass die Pflegebedürftigkeit als nicht mehr vorhanden eingeschätzt wird – auch wenn die betroffenen Eltern dies subjektiv anders sehen.

Die bei Kindern regelmäßig angeordneten Wiederholungsbegutachtungen sind zwar derzeit ausgesetzt. Die Kasse kann aber eine erneute Prüfung anordnen, wenn damit zu rechnen ist, dass sich der Grad der Pflegebedürftigkeit mit fortschreitendem Alter verringert hat. Wer also mit dem Gedanken spielt, einen Höherstufungsantrag für sein Kind zu stellen, sollte sich vorher beraten lassen, welche Risiken das birgt.

Fazit: Chancen nutzen – Risiken erkennen

Die Möglichkeit, auch ohne Verschlechterung der Pflegesituation höhere Leistungen erhalten zu können, ist eine Folge des in 2017 geänderten Pflegebegriffs (Pflegegrade statt Pflegestufen). Das neue Begutachtungsverfahren bietet vielen Betroffenen die Aussicht auf mehr Geld und bessere Leistungen. In bestimmten Fällen bestehen aber Risiken, die vorher fachlich abgeklärt werden sollten.

Die Ablehnungsquote bei Höherstufungs- und Wiederholungsbegutachtungen lag in den letzten Jahren bei rund 60 %. Generell gilt also: Vor jedem Höherstufungsantrag einen Fachmann hinzuziehen. Im Rahmen einer unabhängigen, häuslichen Begutachtung kann dieser eine klare Einschätzung treffen, ob der gewünschte höhere Pflegegrad tatsächlich erreichbar ist und wie man sich am besten darauf vorbereitet. Und das Wichtigste: Nur ein erfahrener Pflegesachverständiger kann die möglichen Risiken genau einschätzen.

Kostenfreie Erstberatung

Wenn Sie das Gefühl haben, dass der bewilligte Pflegegrad nicht (oder nicht mehr) Ihrer tatsächlichen Pflegesituation entspricht, bieten wir Ihnen eine Überprüfung an. In einem kostenlosen telefonischen Erstgespräch schauen wir uns Ihre Situation an und prüfen gemeinsam, was das klügste Vorgehen ist um Ihr Ziel zu erreichen. Unsere Sachverständigen sind in ganz Deutschland vor Ort vertreten und können Ihnen genau sagen, ob – und wenn ja – wie Sie bei der Höherstufung erfolgreich sein werden.

Füllen Sie dazu bitte unser Kontaktformular aus; wir melden uns umgehend bei Ihnen. Oder rufen Sie uns für eine Terminvereinbarung einfach an.

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