Pflegetagebuch

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zum Inhalt und Aufbau

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Die sechs Module des Pflegetagebuchs

Inhalt und Auf­bau bei einem Pflege­tage­buch müssen seit 2017 bes­timmten Kri­te­rien entsprechen. Das hat vor allem fol­gen­den Hintergrund:

Das ab 2017 gültige Begutach­tungsver­fahren für die Beurteilung der Pflegebedürftigkeit misst in erster Lin­ie, wie selbstständig die betrof­fene Per­son den Leben­sall­t­ag bewältigen kann. So wird die Selbstständigkeit in sechs The­men­bere­ichen (Mod­ule) erfasst. In jedem Mod­ul gibt es darüber hin­aus unter­schiedlich viele Fra­gen, die beant­wortet wer­den müssen.

Zu jed­er Frage gibt es zudem mehrere abgestufte Antwortmöglichkeiten. Sie beziehen sich zum Beispiel darauf, wie viel der Betrof­fene noch alleine kann oder wie häufig bes­timmte Ereignisse vorkom­men. Deswe­gen spricht man hier auch von Graden der Selb­st­ständigkeit. Die Gesamtzahl aller Fra­gen beträgt 64.

Wichtig: Die sechs Mod­ule und die dazuge­höri­gen Fra­gen bilden die Grund­lage unseres Pflege­tage­buchs.

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1. Mobilität

Die Einschätzung zur Mobilität richtet sich auss­chließlich danach, ob die Per­son in der Lage ist, zum Beispiel ohne per­son­elle Unterstützung eine Körperhaltung einzunehmen oder zu wech­seln und sich fortzube­we­gen. Deswe­gen sind hier deswe­gen lediglich Aspek­te wie Körperkraft, Bal­ance und Bewe­gungsko­or­di­na­tion zu beurteilen. Die Fähigkeit der ziel­gerichteten Fort­be­we­gung, ob die betrof­fene Per­son beispiel­sweise vom Wohnz­im­mer zur Toi­lette gehen kann, ist dage­gen nicht entscheidend.

Darüber hin­aus wer­den auch nicht die Fol­gen kog­ni­tiv­er Beeinträchtigungen auf Pla­nung, Steuerung und Durchführung motorisch­er Hand­lun­gen abge­bildet. In anderen Worten: Wenn die Per­son also körperlich in der Lage ist, eine bes­timmte Bewe­gung durchzuführen, dies aber auf­grund zum Beispiel ein­er Demenz nicht tut, so wird sie in Bezug auf ihre Mobilität den­noch als „selbstständig“ angesehen.

2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Am wichtig­sten in diesem Mod­ul ist, dass sich die Einschätzung bei den Merk­malen auss­chließlich auf die kog­ni­tiv­en Funk­tio­nen und Aktivitäten bezieht. Zu beurteilen sind hier lediglich Aspek­te wie beispiel­sweise Erken­nen, Entschei­den oder Steuern etc. und nicht die motorische Umset­zung. Sicher­lich sind auch die Auswirkun­gen von Hör‑, Sprech- oder Sprachstörungen zu berücksichtigen.

Für diesen Bere­ich gilt eine ähnliche Graduierung wie im Falle der Selbstständigkeit (vier­stu­fige Skala). Im Gegen­satz dazu wird hier aber keine Aktivität, son­dern eine geistige Funk­tion beurteilt. Es wird daher nicht nach selb­st­ständig oder unselb­st­ständig, son­dern nach vorhan­den oder nicht vorhan­den gefragt. Wichtig: Für die Bew­er­tung ist dabei uner­he­blich, ob ein zuvor selbstständiger Erwach­sen­er eine Fähigkeit ver­loren oder nie aus­ge­bildet hat.

3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

In diesem Mod­ul geht es vor allem um Ver­hal­tensweisen und psy­chis­che Prob­lem­la­gen als Folge von Gesund­heit­sprob­le­men, die immer wieder auftreten und per­son­elle Unterstützung erforder­lich machen. Die Bew­er­tung richtet sich deswe­gen nach der notwendi­gen Unterstützung des pflegebedürftigen Men­schen. Beispiele sind vor allem die Hil­fe bei der Bewältigung von belas­ten­den Emo­tio­nen (wie beispiel­sweise Panikat­tack­en), beim Abbau psy­chis­ch­er Span­nun­gen oder bei der Impulssteuerung.

Zusam­menge­fasst: Im Mit­telpunkt dieses Moduls ste­ht in erster Lin­ie die Frage, inwieweit die Per­son ihr Ver­hal­ten ohne per­son­elle Unterstützung steuern kann.

4. Selbstversorgung

In der gle­ichen Art und Weise richtet sich die Einschätzung zur Selb­stver­sorgung danach, wie selbstständig die unter­suchte Per­son wesentliche selb­stver­sor­gende Aktivitäten (zum Beispiel Waschen, Anklei­den, Essen, Trinken, Toi­lette etc.) prak­tisch durchführen kann.

Zur Klarstel­lung: Es ist dabei uner­he­blich, ob die Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit auf­grund von Schädigungen körperlicher oder geistiger Funk­tio­nen beste­hen oder ob Teilaspek­te bere­its in anderen Mod­ulen berücksichtigt wor­den sind.

5. Krankheits- und therapiebedingte Anforderungen und Belastungen

Der Bere­ich „Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder ther­a­piebe­d­ingten Anforderun­gen und Belas­tun­gen“ befasst sich darüber hin­aus mit der selbstständigen Krankheitsbewältigung. Damit meint man eben­so die „krankheits­be­zo­gene Arbeit“, die direkt auf die Kon­trolle von Erkrankun­gen und Symp­tomen sowie auf die Durchführung ther­a­peutis­ch­er Inter­ven­tio­nen bezo­gen ist.

Ein Großteil der in diesem Mod­ul aufgeführten Maß­nah­men und Hand­lun­gen kann von erkrank­ten Per­so­n­en sicher­lich eigenständig durchgeführt wer­den. Voraus­set­zung ist, dass sie über die dazu nötigen körperlichen und kog­ni­tiv­en Fähigkeiten, spez­i­fis­che Fer­tigkeit­en, Moti­va­tion und Ken­nt­nisse verfügen. Dies gilt in gle­ich­er Weise für Maß­nah­men, die nur sel­ten von den Erkrank­ten selb­st durchgeführt wer­den, wie zum Beispiel das Absaugen von Sekret oder die regelmäßige Ein­malkatheter­isierung. Mit dem Bere­ich ist deswe­gen häufig ein Hil­febe­darf bei der Anleitung und Moti­va­tion oder Schu­lung verknüpft.

6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

In diesem Mod­ul ist abschließend zu bew­erten, ob die Per­son die jew­eilige Aktivität prak­tisch durchführen kann. Es ist dabei uner­he­blich, ob die Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit beispiel­sweise auf­grund von Schädigungen körperlicher oder men­taler Funk­tio­nen beste­hen. Zusät­zlich ist es nicht rel­e­vant, ob Teilaspek­te bere­its in anderen Mod­ulen berücksichtigt wor­den sind.

Weit­er­führende und detail­liert­ere Hin­weise zu den Mod­ulen find­en Sie in unserem Pflege­tage­buch für Erwach­sene bzw. Pflege­tage­buch für Kinder.

Grade der Selbstständigkeit

Um einen Pflege­grad rech­ner­isch ermit­teln zu kön­nen, hat der Geset­zge­ber die Antwort­möglichkeit­en auf die Fra­gen des neuen Begutach­tungsver­fahrens stan­dar­d­isiert. So wur­den vier Grade der Selb­st­ständigkeit definiert, die sich in unserem Pflege­tage­buch wiederfinden:

  1. Selb­st­ständig
  2. Über­wiegend selbstständig
  3. Über­wiegend unselbstständig
  4. Unselb­st­ständig

Näheres zu den Graden der Selb­st­ständigkeit find­en Sie auf der Seite mit unseren Aus­füll­hin­weisen.

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Pflegetagebuch für Erwachsene — Muster & PDF Vorlage zum Download

Unser 55-seit­iges Pflege­tage­buch für Erwach­sene kön­nen Sie als kosten­freies PDF herun­ter­laden und bei Bedarf selb­st aus­druck­en. Das Doku­ment ist auf dem aktuellen Stand und berück­sichtigt alle durch das Zweite Pflegestärkungs­ge­setz (PSG II) einge­führten Neuerun­gen. Eben­falls enthal­ten sind die geset­zlichen Fes­tle­gun­gen für alle 64 Begutach­tungskri­te­rien des MDK. Nutzen Sie unser Pflege­tage­buch, um die Pflegebedürftigkeit real­is­tisch darzustellen.

Pflegetagebuch für Kinder — Muster & PDF Vorlage zum Download

Unser 62-seit­iges Pflege­tage­buch für Kinder kön­nen Sie als kosten­freies PDF herun­ter­laden und bei Bedarf selb­st aus­druck­en. Das Doku­ment ist auf dem aktuellen Stand und berück­sichtigt alle durch das Zweite Pflegestärkungs­ge­setz (PSG II) einge­führten Neuerun­gen. Eben­falls enthal­ten sind die geset­zlichen Fes­tle­gun­gen für alle 64 Begutach­tungskri­te­rien des MDK. Auch die beson­deren Kri­te­rien zur Ermit­tlung von Pflegebedürftigkeit bei einem Kind wer­den beschrieben. Nutzen Sie dieses wichtige Instru­ment, um die Pflegebedürftigkeit des Kindes erfol­gre­ich zu dokumentieren.

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