Pflegegrad beantragen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Erstantrag und Höherstufung

Pflegegrad beantragen: So geht’s

Ein Pfle­ge­grad muss bei der zustän­di­gen Pfle­ge­kas­se (nicht Kran­ken­kas­se!) bean­tragt wer­den – tele­fo­nisch, schrift­lich oder online.

Antragswege:

  • Tele­fo­nisch: Rufen Sie bei der Pfle­ge­kas­se an (Kon­takt­da­ten auf der Gesund­heits­kar­te). Bit­ten Sie um ein For­mu­lar zur Bean­tra­gung eines Pflegegrads.
  • Schrift­lich: Ein form­lo­ses Schrei­ben genügt. Nen­nen Sie Namen, Ver­si­cher­ten­num­mer und Ihr Anlie­gen („Ich bean­tra­ge hier­mit einen Pflegegrad“).
  • Online: Eini­ge Pfle­ge­kas­sen bie­ten digi­ta­le For­mu­la­re an – etwa über deren Kundenportale.

Wich­tig: Der Antrag kann auch von Ange­hö­ri­gen oder gesetz­li­chen Betreu­ern gestellt werden.

2. Diese Unterlagen sollten Sie vorbereiten

Auch wenn kein offi­zi­el­les Doku­ment Pflicht ist, emp­feh­len wir fol­gen­de Unter­la­gen bereitzuhalten:

  • Ärzt­li­che Befun­de und Diagnosen
  • Ent­las­sungs­be­rich­te von Kran­ken­haus oder Reha
  • Pfle­ge­pro­to­kol­le (z. B. Tages­ab­läu­fe, Hilfeleistungen)
  • Gut­ach­ten von The­ra­peu­ten oder Pflegediensten

Die­se Unter­la­gen hel­fen dem MD (Medi­zi­ni­scher Dienst), den tat­säch­li­chen Pfle­ge­be­darf bes­ser einzuschätzen.

3. Wie lange dauert der Prozess?

Nach Antrags­ein­gang dau­ert es maxi­mal 25 Arbeits­ta­ge, bis die Pfle­ge­kas­se den Pfle­ge­grad mit­teilt. Es folgt eine Begut­ach­tung durch den Medi­zi­ni­schen Dienst (MD) – meist in Form eines Hausbesuchs.

Eilanträge möglich:

Wenn Sie aus dem Kran­ken­haus oder einer Reha ent­las­sen wer­den, kann die Begut­ach­tung bin­nen einer Woche erfol­gen. Hier­zu muss ein ent­spre­chen­der Hin­weis im Antrag ergänzt wer­den („Ent­las­sung aus sta­tio­nä­rer Ver­sor­gung – Eilantrag“).

4. Höherstufung beantragen: Wenn der Pflegebedarf steigt

Ein Pfle­ge­grad ist nicht in Stein gemei­ßelt. Wenn sich der Zustand ver­schlech­tert – z. B. durch Demenz, Mobi­li­täts­ver­lust oder Kran­ken­haus­auf­ent­hal­te – soll­ten Sie eine Höher­stu­fung beantragen.

So gehen Sie vor:

  • Rei­chen Sie erneut einen Antrag bei der Pfle­ge­kas­se ein – mit dem Hin­weis auf „Höher­stu­fung“.
  • Fügen Sie aktu­el­le medi­zi­ni­sche Nach­wei­se und ggf. Pfle­ge­do­ku­men­ta­ti­on bei.
  • Berei­ten Sie sich erneut auf einen MD-Ter­min vor.

5. Pflegegrad abgelehnt? So legen Sie Widerspruch ein

Wenn Sie mit der Ein­stu­fung nicht ein­ver­stan­den sind (z. B. weil kein Pfle­ge­grad oder ein zu nied­ri­ger bewil­ligt wur­de), kön­nen Sie inner­halb von vier Wochen Wider­spruch einlegen.

Tipps:

  • For­dern Sie das Gut­ach­ten des MD an.
  • Begrün­den Sie den Wider­spruch detail­liert und sach­lich.
  • Ergän­zen Sie neue Unter­la­gen (z. B. Tages­pro­to­kol­le, Fotos, Pflegeberichte).
  • Holen Sie sich Unter­stüt­zung bei einer Pflegeberatung.

Fazit: Gut vorbereitet zum Pflegegrad

Ob Erst­an­trag oder Höher­stu­fung – wer die rich­ti­gen Schrit­te kennt und pas­sen­de Unter­la­gen parat hat, stei­gert sei­ne Chan­cen erheb­lich. Nut­zen Sie unse­re kos­ten­lo­sen Hilfs­mit­tel oder spre­chen Sie direkt mit einer unse­rer Pflegeberater:innen.

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