🗂️ Pflegedienst vs. selbst angestellte Pflegekraft: Vor- und Nachteile

Wenn ein Fami­li­en­mit­glied pfle­ge­be­dürf­tig wird, ste­hen Ange­hö­ri­ge vor einer wich­ti­gen Ent­schei­dung: Soll ein ambu­lan­ter Pfle­ge­dienst beauf­tragt wer­den oder lie­ber eine selbst ange­stell­te Pfle­ge­kraft? Bei­de Model­le haben ihre spe­zi­fi­schen Vor­tei­le, Her­aus­for­de­run­gen und recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen. Die­ser Arti­kel beleuch­tet die wich­tigs­ten Unter­schie­de und hilft dabei, eine infor­mier­te Wahl zu treffen.

1. Der Pflegedienst: Strukturiert und professionell

Vorteile:

  • Qua­li­täts­si­che­rung: Pfle­ge­diens­te arbei­ten nach dem Pfle­ge­ver­si­che­rungs­ge­setz (SGB XI) und wer­den regel­mä­ßig kontrolliert.
  • Rechts­si­cher­heit: Ver­si­che­run­gen, Arbeits­ver­trä­ge und Haf­tung sind geregelt.
  • Team­ar­beit: Bei Aus­fäl­len ist Ver­tre­tung gewährleistet.
  • Medi­zi­ni­sche Pfle­ge: Behand­lungs­pfle­ge wie Injek­tio­nen, Medi­ka­men­ten­ga­be oder Wund­ver­sor­gung kann fach­ge­recht über­nom­men werden.

Nachteile:

  • Begrenz­te Zeit: Pfle­ge­kräf­te haben enge Zeit­fens­ter, was zu Stress und Hek­tik füh­ren kann.
  • Wech­seln­des Per­so­nal: Es gibt oft kei­nen fes­ten Ansprechpartner.
  • Weni­ger Indi­vi­dua­li­tät: Pfle­ge folgt einem fes­ten Plan, indi­vi­du­el­le Wün­sche sind schwe­rer umzusetzen.

2. Selbst angestellte Pflegekraft: Flexibel und persönlich

Vorteile:

  • Indi­vi­du­el­le Betreu­ung: Pfle­ge kann stark auf die Bedürf­nis­se der zu pfle­gen­den Per­son ange­passt werden.
  • Fes­te Bezugs­per­son: Auf­bau einer per­sön­li­chen Bezie­hung för­dert Ver­trau­en und Wohlbefinden.
  • Fle­xi­ble Zeit­ein­tei­lung: Zei­ten und Auf­ga­ben kön­nen fle­xi­bel gestal­tet werden.

Nachteile:

  • Arbeit­ge­ber­rol­le: Ange­hö­ri­ge oder Pfle­ge­be­dürf­ti­ge müs­sen sich um Arbeits­ver­trä­ge, Sozi­al­ver­si­che­rung, Urlaubs­an­spruch und Lohn­fort­zah­lung im Krank­heits­fall kümmern.
  • Kei­ne Ver­tre­tung bei Aus­fall: Es gibt kei­nen struk­tu­rier­ten Ersatz bei Krank­heit oder Urlaub.
  • Recht­li­che Risi­ken: Ohne ordent­li­che Anmel­dung droht Schwarz­ar­beit – mit allen recht­li­chen Konsequenzen.

3. Rechtliches & Finanzierung

  • Bei bei­den Vari­an­ten kön­nen Leis­tun­gen aus der Pfle­ge­ver­si­che­rung in Anspruch genom­men werden.
  • Pfle­ge­diens­te rech­nen direkt mit den Kas­sen ab, wäh­rend bei selbst ange­stell­ten Kräf­ten ein Pfle­ge­geld­mo­dell genutzt wird.
  • Wer eine Pfle­ge­kraft selbst anstellt, kann über die Pfle­ge­kas­se Pfle­ge­geld erhal­ten und dies zur Bezah­lung nut­zen – unter bestimm­ten Voraussetzungen.

4. Fazit: Was passt besser?

Die Wahl hängt von den indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­sen, der fami­liä­ren Situa­ti­on und den finan­zi­el­len sowie orga­ni­sa­to­ri­schen Mög­lich­kei­ten ab:

  • Für Fami­li­en, die wenig orga­ni­sa­to­ri­schen Auf­wand wol­len und medi­zi­ni­sche Pfle­ge benö­ti­gen, ist ein Pfle­ge­dienst meist die bes­se­re Wahl.
  • Wer jedoch viel per­sön­li­che Betreu­ung und zeit­li­che Fle­xi­bi­li­tät wünscht und bereit ist, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, fin­det in der selbst ange­stell­ten Pfle­ge­kraft eine indi­vi­du­el­le Lösung.

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