Hausnotruf: Sicherheit und schnelle Hilfe für Pflegebedürftige und ihre Familien

Einleitung

Vie­le pfle­ge­be­dürf­ti­ge Men­schen und ihre Ange­hö­ri­gen leben mit der Sor­ge, dass im Not­fall nie­mand recht­zei­tig hel­fen kann. Ob Sturz, aku­ter medi­zi­ni­scher Not­fall oder plötz­li­ches Unwohl­sein – jede Minu­te zählt.
Ein Haus­not­ruf-Sys­tem ist hier eine lebens­ret­ten­de Unter­stüt­zung: Mit nur einem Knopf­druck wird eine Not­ruf­zen­tra­le alar­miert, die sofort Hil­fe orga­ni­siert – rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr.

Was ist ein Hausnotruf?

Ein Haus­not­ruf ist ein tech­ni­sches Sys­tem, das es Pfle­ge­be­dürf­ti­gen, Senio­ren und Men­schen mit chro­ni­schen Erkran­kun­gen ermög­licht, im Not­fall schnell Hil­fe anzu­for­dern.
Über einen trag­ba­ren Funk­sen­der – meist als Arm­band oder Hals­ket­te – kann jeder­zeit ein Not­ruf aus­ge­löst wer­den, der direkt zur Haus­not­ruf­zen­tra­le geht.

Funktionsweise

  1. Knopf­druck am Sen­der oder der Basisstation.
  2. Sofor­ti­ge Ver­bin­dung zur Notrufzentrale.
  3. Gespräch über die Freisprecheinrichtung.
  4. Alar­mie­rung von Hel­fern – Ange­hö­ri­ge, Pfle­ge­dienst oder Rettungsdienst.

Zielgruppen für ein Hausnotrufsystem

Ein Haus­not­ruf ist beson­ders geeig­net für:

  • Senio­ren, die allein leben
  • Pfle­ge­be­dürf­ti­ge mit ein­ge­schränk­ter Mobilität
  • Men­schen mit chro­ni­schen Krank­hei­ten wie Herz­pro­ble­men oder Epilepsie
  • Ange­hö­ri­ge, die Sicher­heit und schnel­le Reak­ti­ons­zei­ten gewähr­leis­ten wollen

Vorteile eines Hausnotrufs

1. Schnelle Hilfe rund um die Uhr

Egal ob Tag oder Nacht – die Not­ruf­zen­tra­le reagiert sofort und lei­tet pas­sen­de Maß­nah­men ein.

2. Mehr Sicherheit und Unabhängigkeit

Pfle­ge­be­dürf­ti­ge kön­nen län­ger im eige­nen Zuhau­se woh­nen, ohne stän­di­ge Beaufsichtigung.

3. Entlastung für Angehörige

Fami­li­en­mit­glie­der wis­sen, dass im Ernst­fall sofort reagiert wird, auch wenn sie selbst nicht vor Ort sind.

4. Individuelle Zusatzfunktionen

Vie­le Sys­te­me bie­ten Sturz­er­ken­nung, GPS-Ortung oder Gesundheits-Checks.

Arten von Hausnotrufsystemen

  1. Sta­tio­nä­rer Hausnotruf
    • Funk­tio­niert inner­halb der Woh­nung über eine Basisstation.
    • Funk­reich­wei­te meist bis 50 Meter.
  2. Mobi­ler Hausnotruf
    • Funk­tio­niert auch unter­wegs mit GPS-Ortung und Mobilfunkanbindung.
    • Ide­al für akti­ve Senio­ren oder Men­schen mit Demenz.
  3. Haus­not­ruf mit Sturzerkennung
    • Auto­ma­ti­scher Alarm bei einem Sturz, auch ohne Knopfdruck.

Kosten und Finanzierung

Monatliche Kosten

  • Basis-Haus­not­ruf: ca. 20–30 €
  • Mobi­ler Haus­not­ruf: ca. 30–50 €
  • Zusatz­funk­tio­nen: Auf­preis je nach Anbieter

Einmalige Kosten

  • Anschluss­ge­bühr: 10–50 €
  • Gerä­te­be­reit­stel­lung: teil­wei­se kos­ten­los bei Vertragsabschluss

Zuschüsse & Finanzierung

  • Pfle­ge­kas­se: Bei aner­kann­tem Pfle­ge­grad wer­den die Kos­ten bis zu 25,50 €/Monat über­nom­men (§ 40 SGB XI).
  • Sozi­al­amt: Über­nah­me bei gerin­gem Ein­kom­men möglich.
  • Steu­er­li­che Absetz­bar­keit: Als haus­halts­na­he Dienst­leis­tung oder außer­ge­wöhn­li­che Belastung.

Wichtige Auswahlkriterien beim Kauf

  1. 24/7‑Notrufzentrale – rund um die Uhr erreichbar.
  2. Ein­fa­che Bedie­nung – auch für Men­schen mit ein­ge­schränk­ter Motorik.
  3. Ser­vice & War­tung – schnel­ler Aus­tausch defek­ter Geräte.
  4. Zusatz­funk­tio­nen – Sturz­er­ken­nung, mobi­le Nut­zung, Medikamentenerinnerung.
  5. Ver­trags­lauf­zeit – fle­xi­ble Kün­di­gungs­fris­ten bevorzugen.

Schritt-für-Schritt zum Hausnotruf

  1. Bedarf ermit­teln – sta­tio­när oder mobil, Zusatz­funk­tio­nen klären.
  2. Anbie­ter ver­glei­chen – Prei­se, Leis­tun­gen, Vertragsbedingungen.
  3. Zuschuss bean­tra­gen – vor Ver­trags­ab­schluss bei Pfle­ge­kas­se oder Sozialamt.
  4. Instal­la­ti­on & Ein­wei­sung – Funk­ti­ons­prü­fung mit Testanruf.
  5. Regel­mä­ßi­ge Kon­trol­le – monat­li­cher Funk­ti­ons­test empfohlen.

Tipps für Angehörige

  • Anbie­ter vor Ort wäh­len, um schnel­le Hil­fe bei tech­ni­schen Pro­ble­men zu gewährleisten.
  • Pro­be­an­ruf mit der Zen­tra­le durch­füh­ren, um Ver­trau­en in den Ablauf zu schaffen.
  • Gerät immer tra­gen, auch nachts oder im Badezimmer.
  • Zusatz­funk­tio­nen wie GPS für demenz­kran­ke Ange­hö­ri­ge nutzen.

Fazit

Ein Haus­not­ruf­sys­tem ist eine erschwing­li­che und effek­ti­ve Mög­lich­keit, Sicher­heit im All­tag zu gewähr­leis­ten – sowohl für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge als auch für ihre Ange­hö­ri­gen. Mit staat­li­chen Zuschüs­sen las­sen sich die monat­li­chen Kos­ten oft voll­stän­dig abde­cken. Die rich­ti­ge Wahl des Sys­tems sorgt nicht nur für schnel­le Hil­fe im Not­fall, son­dern schenkt allen Betei­lig­ten ein gutes Stück Lebens­qua­li­tät und Ruhe.

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