24 Stunden Pflege zu Hause – Alles, was Sie wissen müssen

Einleitung

Immer mehr Fami­li­en ent­schei­den sich für eine 24 Stun­den Pfle­ge zu Hau­se, um ihren Ange­hö­ri­gen trotz Pfle­ge­be­dürf­tig­keit ein Leben in ver­trau­ter Umge­bung zu ermög­li­chen. Die­ser Arti­kel erklärt Ihnen, wie das Modell funk­tio­niert, wel­che Vor­tei­le und Her­aus­for­de­run­gen es gibt und wor­auf Sie bei der Aus­wahl eines Anbie­ters ach­ten sollten.

Was ist 24 Stunden Pflege zu Hause?

Unter 24 Stun­den Pfle­ge ver­steht man eine Form der häus­li­chen Betreu­ung, bei der eine Pfle­ge­kraft – häu­fig aus dem Aus­land – im Haus­halt der pfle­ge­be­dürf­ti­gen Per­son lebt.
Die Auf­ga­ben kön­nen je nach Bedarf vari­ie­ren und umfas­sen in der Regel:

  • Grund­pfle­ge (Kör­per­pfle­ge, An- und Aus­klei­den, Mobilitätshilfe)
  • Haus­halts­füh­rung (Kochen, Ein­kau­fen, Reinigung)
  • Gesell­schaft und Betreu­ung (Beglei­tung zu Arzt­ter­mi­nen, Spa­zier­gän­ge, Gespräche)
  • Orga­ni­sa­ti­on des Pflegealltags

⚠️ Wich­tig: Der Begriff „24 Stun­den“ bedeu­tet nicht, dass die Pfle­ge­kraft ohne Pau­se arbei­tet – sie hat gesetz­lich gere­gel­te Ruhezeiten.

Für wen eignet sich die 24 Stunden Pflege?

Die­se Betreu­ungs­form ist beson­ders geeig­net für:

  • Senio­ren, die rund um die Uhr Unter­stüt­zung benötigen
  • Men­schen mit Demenz, die eine ver­trau­te Umge­bung brauchen
  • Pfle­ge­be­dürf­ti­ge nach einem Krankenhausaufenthalt
  • Fami­li­en, die nicht selbst alle Pfle­ge­auf­ga­ben über­neh­men können

Die Ent­schei­dung hängt oft vom indi­vi­du­el­len Gesund­heits­zu­stand, den finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten und den Wohn­be­din­gun­gen ab.

Vorteile der 24 Stunden Pflege zu Hause

1. Verbleib in vertrauter Umgebung

Die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen kön­nen in ihrem Zuhau­se blei­ben, was oft zu mehr Wohl­be­fin­den führt.

2. Individuelle Betreuung

Anders als im Pfle­ge­heim wird die Betreu­ung auf die per­sön­li­chen Bedürf­nis­se abgestimmt.

3. Entlastung für Angehörige

Pfle­gen­de Ange­hö­ri­ge gewin­nen Zeit und kön­nen sich erholen.

4. Flexible Aufgabenbereiche

Von Grund­pfle­ge bis zu haus­wirt­schaft­li­chen Tätig­kei­ten – vie­les ist indi­vi­du­ell vereinbar.

Mögliche Nachteile und Herausforderungen

  • Kos­ten: Die monat­li­chen Aus­ga­ben lie­gen meist zwi­schen 2.000 und 4.000 Euro.
  • Sprach­bar­rie­ren: Pfle­ge­kräf­te aus dem Aus­land spre­chen nicht immer flie­ßend Deutsch.
  • Recht­li­che Fra­gen: Beschäf­ti­gungs­mo­dell (z. B. Ent­sen­dung vs. direk­te Anstel­lung) muss klar gere­gelt sein.
  • Pri­vat­sphä­re: Eine im Haus­halt leben­de Pfle­ge­kraft bedeu­tet weni­ger Rückzugsmöglichkeiten.

Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

Die Kos­ten hän­gen von Qua­li­fi­ka­ti­on, Sprach­kennt­nis­sen und Pfle­ge­stu­fe ab.
Typi­sche Kostenstruktur:

  • Gehalt der Pflegekraft
  • Sozi­al­ab­ga­ben (bei Direktanstellung)
  • Ver­mitt­lungs­ge­büh­ren (bei Agenturen)

Finan­zi­el­le Unterstützung:

  • Pfle­ge­geld (abhän­gig vom Pflegegrad)
  • Ent­las­tungs­be­trag (131€ monatlich)
  • Ver­hin­de­rungs­pfle­ge & Kurz­zeit­pfle­ge (kön­nen kom­bi­niert werden)
  • Zuschüs­se der Pfle­ge­kas­se für wohn­um­feld­ver­bes­sern­de Maßnahmen

Auswahl eines Anbieters – Worauf sollten Sie achten?

  1. Serio­si­tät und Erfah­rung der Agentur
  2. Kla­re Vertragsbedingungen
  3. Trans­pa­ren­te Kostenaufstellung
  4. Erreich­bar­keit bei Problemen
  5. Refe­ren­zen und Bewer­tun­gen ande­rer Kunden

Tipp: Prü­fen Sie, ob die Agen­tur nach den Vor­ga­ben des Arbeit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes arbeitet.

Alternative Modelle zur 24 Stunden Pflege

  • Ambu­lan­ter Pfle­ge­dienst: Meh­re­re täg­li­che Ein­sät­ze, aber kei­ne Rund-um-die-Uhr-Betreuung.
  • Tages- und Nacht­pfle­ge: Ent­las­tung zu bestimm­ten Tageszeiten.
  • Betreu­tes Woh­nen: Kom­bi­na­ti­on aus Selbst­stän­dig­keit und Unterstützung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Ist 24 Stun­den Pfle­ge legal?
Ja, wenn die Beschäf­ti­gung nach gel­ten­dem Arbeits- und Auf­ent­halts­recht gere­gelt ist.

2. Wie vie­le Stun­den arbei­tet eine 24-Stun­den-Pfle­ge­kraft wirk­lich?
In der Regel 6–8 Stun­den akti­ve Arbeit pro Tag plus Rufbereitschaft.

3. Kann ich Pfle­ge­geld und 24 Stun­den Pfle­ge kom­bi­nie­ren?
Ja, Pfle­ge­geld kann zur Finan­zie­rung beitragen.

Fazit

Die 24 Stun­den Pfle­ge zu Hau­se ist eine wert­vol­le Mög­lich­keit, pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen ein wür­de­vol­les Leben in ver­trau­ter Umge­bung zu ermög­li­chen. Sie bie­tet per­sön­li­che Betreu­ung, ent­las­tet Ange­hö­ri­ge und kann indi­vi­du­ell gestal­tet wer­den – erfor­dert jedoch sorg­fäl­ti­ge Pla­nung, recht­li­che Klar­heit und finan­zi­el­le Absicherung.

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