Wenn Sie selb­st Pflegegeld beziehen oder sich um die Angele­gen­heit­en eines zu pfle­gen­den Ange­höri­gen küm­mern, dann sind Sie wahrschein­lich schon auf den Begriff des Beratung­sein­satzes gestoßen. Lesen Sie weit­er, um zu erfahren, was genau damit gemeint ist, welche Regeln und Fris­ten Sie beacht­en müssen und welche Kon­se­quen­zen dro­hen, wenn Sie Ihrer Pflicht zur Wahrnehmung eines Beratung­sein­satzes nicht nachkom­men. Auch spez­i­fis­che Fra­gen zu Ablauf, Kosten und Dauer beant­worten wir Ihnen im Folgenden.

Als Pflege­ber­atung mit langjähriger Erfahrung und pro­fes­sionellen Beratern in ganz Deutsch­land berat­en wir Sie nicht nur rund um Pflege­grade und Pflegegeld, son­dern informieren Sie auch über die wichtig­sten The­men rund um Pflegeleis­tun­gen sowie Ihre Rechte und Pflichten.

1. Beratungseinsatz für Pflegegeldempfänger: Was ist das?

„Pflegebedürftige, die Pflegegeld nach Absatz 1 beziehen, haben eine Beratung in der eige­nen Häus­lichkeit durch einen zuge­lasse­nen Pflege­di­enst abzurufen.“
— § 37 Abs. 3 SGB XI

Durch die verpflich­t­ende Durch­führung eines Beratung­sein­satzes soll eine best­mögliche Ver­sorgung und eine pflege­fach­liche Unter­stützung der zu pfle­gen­den Per­son sichergestellt wer­den. Der pflegebedürfti­gen Per­son und den Ange­höri­gen wer­den dabei Hil­festel­lun­gen, Infor­ma­tio­nen über Ent­las­tungsmöglichkeit­en und wertvolle Tipps für den All­t­ag aufgezeigt. Durch die regelmäßi­gen Beratun­gen kön­nen mögliche Prob­leme frühzeit­ig erkan­nt wer­den und es ste­ht jed­erzeit ein Ansprech­part­ner für Fra­gen zur Verfügung.

2. Wie häufig muss der Beratungseinsatz erfolgen?

Die Pflege eines Ange­höri­gen und der Zeitaufwand hier­für wer­den manch­mal unter­schätzt. Beson­ders in Bezug auf Pflegetech­niken gibt es vieles zu beacht­en. Je nach Pflege­grad kann sich auch der Pflegeaufwand unter­schei­den. Daher gibt es fol­gende geset­zliche Vor­gaben, wie häu­fig der Beratung­sein­satz erfol­gen muss:

Pflege­gradHäu­figkeit des Beratungseinsatzes
Pflege­grad 1nicht vorgeschrieben
Pflege­grad 21x pro Halbjahr
Pflege­grad 31x pro Halbjahr
Pflege­grad 41x pro Vierteljahr
Pflege­grad 51x pro Vierteljahr

3. Wie ist der Ablauf bei einem Beratungseinsatz?

Bei pflegebedürfti­gen Per­so­n­en mit dem Pflege­grad 1 sind Beratung­sein­sätze nicht verpflich­t­end. Sie dür­fen jedoch bis zu zweimal im Jahr Beratungs­be­suche frei­willig in Anspruch nehmen und von den Tipps und Infor­ma­tio­nen der Fachkräfte profitieren.

Sie vere­in­baren mit ein­er von Ihnen gewählten Beratungsstelle oder einem ambu­lanten Pflege­di­enst einen Ter­min für einen Beratung­sein­satz. Damit die Fachkräfte einen guten Überblick über die Pfle­ge­si­t­u­a­tion erhal­ten, erfol­gt die Beratung dort, wo auch die Pflege stat­tfind­et. In den meis­ten Fällen also direkt bei Ihnen zuhause. Fol­gende Punk­te kön­nen bei solch ein­er Beratung besprochen werden:

  • Die Fachkräfte informieren Sie über unter­stützende Ange­bote und Leis­tun­gen bei der Pflege, wie bspw. Pflegekurse oder Umbau­maß­nah­men für die Wohnung. 
  • Sie kön­nen der bera­ten­den Per­son über Prob­leme bei der Pflege bericht­en und zusam­men eine Lösung erarbeiten. 
  • Auch bei ein­er möglichen Ein­stu­fung in einen höheren Pflege­grad ste­hen die Fachkräfte Ihnen bera­tend zur Seite. 

Die gesamte Beratung wird doku­men­tiert und anschließend von Ihnen unterze­ich­net. Auch mögliche Maß­nah­men, welche die Pfle­ge­si­t­u­a­tion verbessern kön­nen, wer­den dort notiert. Abschließend leit­et die Beratungsstelle bzw. der Pflege­di­enst das For­mu­lar an die Pflegekasse weiter.

4. Was kostet der Beratungseinsatz?

Für den Pflegebedürfti­gen und die Ange­höri­gen ist der Beratung­sein­satz kosten­los Die Kosten wer­den bei geset­zlich Ver­sicherten von der Pflegekasse und bei pri­vat Ver­sicherten von der zuständi­gen Pri­vat­en Kranken­ver­sicherung über­nom­men. Sie müssen auch nicht in Vorkasse treten, denn die Beratungsstellen rech­nen selb­st direkt mit den entsprechen­den Kos­ten­trägern ab.

5. Wie lange dauert ein Beratungsbesuch?

Die Dauer der Beratung beträgt in der Regel 25 bis 45 Minuten. Grund­sät­zlich ist dies jedoch sehr indi­vidu­ell, je nach­dem, wie viel Beratungs­be­darf Sie haben und welche Teile der (häus­lichen) Pflege begutachtet wer­den. Pla­nen Sie aus diesem Grund lieber etwas mehr Zeit ein.

6. Wer ist berechtigt, einen Beratungseinsatz durchzuführen?

Grund­sät­zlich kön­nen Sie sich den Berater für den Beratung­sein­satz selb­st aus­suchen. Ambu­lante Pflege­di­en­ste, Pflege­ber­ater und Sozial­sta­tio­nen, die nach § 7a SGB XI zer­ti­fiziert sind, dür­fen den Beratung­sein­satz durch­führen. Auch Pflegekräfte, die von der Pflegekasse beauf­tragt, jedoch nicht von ihr angestellt sind, erfüllen die Bedin­gun­gen für den Beratungsbesuch.

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7. Wie wird der Beratungseinsatz bei der Pflegekasse nachgewiesen?

Die Beratung wird doku­men­tiert und von Ihnen unterze­ich­net. Die Beratungsstelle bzw. der Pflege­di­enst küm­mert sich um das weit­ere Vorge­hen und leit­et den Nach­weis über den Beratung­sein­satz an die Pflegekasse weit­er. Somit müssen Sie oder die pflegebedürftige Per­son keinen sep­a­rat­en Nach­weis übermitteln.

8. Achtung: Fristen und Konsequenzen, wenn Sie den Termin verpassen

Abhängig vom Pflege­grad muss der Beratung­sein­satz nicht nur in ein­er bes­timmten Häu­figkeit erfol­gen, es gibt auch konkrete Fris­ten, bis wann die einzel­nen Besuche stat­tfind­en müssen. Die Fris­ten kön­nen im Nor­mal­fall nicht ver­längert wer­den, hal­ten Sie diese also unbe­d­ingt ein. Ori­en­tieren Sie sich je nach Pflege­grad an den fol­gen­den Daten:

Pflege­gradFris­ten für den Beratungseinsatz
Pflege­grad 1Ter­mine find­en nur auf Ihren Wun­sch hin statt
Pflege­grad 230. Juni und 31. Dezember
Pflege­grad 330. Juni und 31. Dezember
Pflege­grad 431. März, 30. Juni, 30. Sep­tem­ber und 31. Dezember
Pflege­grad 531. März, 30. Juni, 30. Sep­tem­ber und 31. Dezember

Es ist Ihre Auf­gabe, rechtzeit­ig einen Ter­min mit einem passenden Anbi­eter zu vere­in­baren. Ver­passen Sie dies und kommt der Nach­weis über den Beratung­sein­satz nicht frist­gerecht bei Ihrer Pflegekasse an, dro­hen empfind­liche Kon­se­quen­zen. Teil­weise bekom­men Sie nach Ablauf der Frist ein Erin­nerungss­chreiben, das Ihnen eine Nach­hol­frist ein­räumt. Ver­lassen Sie sich aber nicht darauf!

Grund­sät­zlich passieren die Kon­se­quen­zen bei Fristver­säu­mungen in zwei Schritten:

  1. Weisen Sie ein­ma­lig einen Beratung­sein­satz nicht inner­halb der geforderten Frist nach und ignori­eren auch die eventuell bewil­ligte Nach­hol­frist, dann wird Ihr Pflegegeld um 50 Prozent gekürzt.
  2. Ver­passen Sie ein zweites Mal den Ter­min im näch­sten hal­ben oder Viertel­jahr, stellt Ihre Pflegekasse die Zahlun­gen kom­plett ein.

Die Kürzung oder Ein­stel­lung der Zahlun­gen ihrer Pflegekasse kann für pflegebedürftige Per­so­n­en ein großes finanzielles Prob­lem darstellen. Lassen Sie es nicht dazu kommen.

Ter­mine im Kalen­der markieren: Ver­mei­den Sie unbe­d­ingt, die Ter­min­vere­in­barung für den regelmäßi­gen Beratung­sein­satz zu vergessen. Am besten tra­gen Sie sich die Ter­mine für das ganze Jahr frühzeit­ig in Ihren analo­gen oder dig­i­tal­en Kalen­der ein.

Sie haben trotz Erin­nerung im Kalen­der ver­säumt, rechtzeit­ig einen Ter­min für einen Beratungs­be­such zu vere­in­baren? Melden Sie sich so schnell wie möglich bei Ihrer Pflegekasse und schildern Sie Ihre Lage. Teil­weise kön­nen Sie den Ter­min zeit­nah nach­holen und damit böse Kon­se­quen­zen vermeiden.

Anspruch auf Pflegegeld wieder­erlan­gen: Wur­den die Zahlun­gen Ihres Pflegegeldes auf­grund von Fristver­säum­nis­sen aus­ge­set­zt, dann kön­nen Sie Ihren Anspruch auf Pflegegeld wieder­her­stellen, indem Sie einen Beratung­sein­satz durch­führen. Die aus­ge­set­zten Beträge wer­den Ihnen zwar nicht nachgezahlt, Sie bekom­men ab dem Tag des Beratungs­be­suchs allerd­ings wieder Pflegegeld.

9. Kompetente Beratung von Experten bei Familiara

Die Beratung­sein­sätze für die finanzielle Unter­stützung durch Ihre Pflegekasse sind nicht das einzige, das Sie beacht­en müssen, wenn Sie oder eine ange­hörige Per­son pflegebedürftig sind. Das Team von Famil­iara beste­ht aus langjähri­gen Experten, die sich täglich mit Pflege­graden, Pflegegeld und Co. beschäfti­gen. Unab­hängig davon, in welch­er Lebenssi­t­u­a­tion Sie sich ger­ade befind­en: Wir helfen Ihnen gerne, wenn es um finanzielle Unter­stützung und andere Leis­tun­gen durch Ihre Pflegekasse geht. Unter anderem bei den fol­gen­den Fra­gen sind wir Ihnen behilflich:

  • Welch­er Pflege­grad ste­ht mir zu? 
  • Wie beantrage ich die Ein­stu­fung in einen Pflegegrad? 
  • Worauf muss ich bei einem Gutachtert­er­min achten? 
  • Wie stelle ich einen Antrag auf Höher­stu­fung meines Pflegegrades?
  • Die Pflegekasse hat meinen Antrag abgelehnt. Was kann ich tun? 
  • Wie lege ich Wider­spruch gegen meinen Pflegebescheid ein?

In einem Erst­ge­spräch find­en wir gemein­sam her­aus, ob und wie wir Ihnen helfen kön­nen. Anschließend helfen wir Ihnen, je nach Anliegen und Sit­u­a­tion, bei der Antrag­stel­lung, begleit­en Sie zu Ihrem Gutachtert­er­min, berat­en Sie bei Wider­sprüchen und ste­hen im Not­fall bis zur Klage vor Gericht an Ihrer Seite. Gemein­sam mit Ihnen sor­gen wir dafür, dass Sie oder Ihre Ange­höri­gen die best­mögliche finanzielle Unter­stützung und alle nöti­gen Sach­leis­tun­gen erhal­ten. Kon­tak­tieren Sie uns gerne bei Fra­gen und für mehr Informationen.

Wir unterstützen Sie bei Ihrem Pflegegrad Antrag

Gerne begleit­en wir Sie bei der Beantra­gung und Durch­set­zung Ihres Pflege­grades. Wir helfen Ihnen bei:

  • Antrag­stel­lung bei der Pflegeversicherung 
  • Ermit­tlung Ihres gerecht­en Pflegegrades 
  • Zusam­men­stel­lung aller Unter­la­gen und Diagnosen 
  • Vor­bere­itung auf den MDK bzw. Medicproof Begutachtungstermin 
  • Per­sön­liche Begleitung bei der MDK-Begutachtung 
  • Über­prü­fung des Pflegebeschei­des – und wenn nötig Widerspruch 
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