Finanzierung der Pflege – Überblick und Leistungen

Die Finan­zie­rung der Pfle­ge in Deutsch­land basiert auf den Leis­tun­gen der sozia­len oder pri­va­ten Pfle­ge­ver­si­che­rung. Ab dem 1. Juli 2025 gel­ten neue Leis­tungs­be­trä­ge, die bis zum 31. Dezem­ber 2027 gül­tig sind. Die­ser Rat­ge­ber gibt Ihnen einen voll­stän­di­gen Über­blick über all­ge­mei­ne Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten und die kon­kre­ten Leis­tungs­be­trä­ge nach Pfle­ge­grad.

1. Grundlagen der Pflegefinanzierung

Die Pfle­ge­ver­si­che­rung unter­schei­det zwi­schen Pfle­ge­sach­leis­tun­gen, Pfle­ge­geld und Kom­bi­na­ti­ons­leis­tun­gen.

  • Pfle­ge­sach­leis­tun­gen (§ 36 SGB XI): Kos­ten­über­nah­me für einen ambu­lan­ten Pflegedienst.
  • Pfle­ge­geld (§ 37 SGB XI): Direk­te Aus­zah­lung an Pfle­ge­be­dürf­ti­ge, die von Ange­hö­ri­gen oder Bekann­ten gepflegt werden.
  • Kom­bi­na­ti­ons­leis­tung (§ 38 SGB XI): Kom­bi­na­ti­on aus Pfle­ge­geld und Sachleistungen.

Zusätz­lich gibt es Ent­las­tungs­leis­tun­gen, Zuschüs­se für Pfle­ge­hilfs­mit­tel und Wohn­raum­an­pas­sun­gen, sowie Unter­stüt­zung bei sta­tio­nä­rer Pfle­ge.

2. Beratungs- und Unterstützungsangebote

  • Pfle­ge­be­ra­tung (§ 7a SGB XI): Für alle Pfle­ge­gra­de verfügbar.
  • Bera­tungs­ein­satz zu Hau­se (§ 37 SGB XI): Pflicht bei Pfle­ge­geld­be­zug – halb­jähr­lich bei Pfle­ge­grad 2 und 3, vier­tel­jähr­lich bei Pfle­ge­grad 4 und 5.
  • Pfle­ge­kur­se (§ 45 SGB XI): Kos­ten­los für alle Pflegegrade.

3. Monatliche Leistungen ab 1. Juli 2025

Leis­tungPG 1PG 2PG 3PG 4PG 5
Pfle­ge­sach­leis­tung796 €1.497 €1.859 €2.299 €
Pfle­ge­geld347 €599 €800 €990 €
Tages-/Nacht­pfle­ge721 €1.357 €1.685 €2.085 €
Ent­las­tungs­be­trag131 €131 €131 €131 €131 €
Umwand­lung in Ent­las­tungs­be­trag (§ 45a)318 €599 €744 €920 €

4. Jahresbudgets für Kurzzeit- und Verhinderungspflege

Ab 2025 gilt ein gemein­sa­mes Jah­res­bud­get von 3.539 € für Kurz­zeit­pfle­ge (§ 42) und Ver­hin­de­rungs­pfle­ge (§ 39). Die­ses Bud­get kann fle­xi­bel auf­ge­teilt wer­den. Beispiel:

  • Pfle­ge­grad 2: bis zu 694 € für nahe Ver­wand­te + 2.845 € Restbudget
  • Pfle­ge­grad 5: bis zu 1.977 € für nahe Ver­wand­te + 1.559 € Restbudget

5. Weitere finanzielle Hilfen

  • Haus­not­ruf (§ 40 Abs. 1): 25,50 € monatlich
  • Pfle­ge­hilfs­mit­tel zum Ver­brauch (§ 40): 42 € monatlich
  • Digi­ta­le Pfle­ge­an­wen­dun­gen (§ 40a, b + § 39a): 53 € monatlich
  • Tech­ni­sche Pfle­ge­hilfs­mit­tel: Kos­ten­über­nah­me je nach Bedarf
  • Wohn­um­feld­ver­bes­sern­de Maß­nah­men (§ 40 Abs. 4): Zuschuss bis zu 4.180 € je Maßnahme

6. Finanzierung stationärer Pflege

Für voll­sta­tio­nä­re Pfle­ge­ein­rich­tun­gen (§ 43 SGB XI) gel­ten ab 1. Juli 2025 fol­gen­de monat­li­che Leistungsbeträge:

  • PG 2: 805 €
  • PG 3: 1.319 €
  • PG 4: 1.855 €
  • PG 5: 2.096 €

Zusätz­lich wird ein pro­zen­tua­ler Zuschlag auf den Eigen­an­teil gezahlt, der mit der Dau­er des Heim­auf­ent­halts steigt:

  • 0–12 Mona­te: +15 %
  • 13–24 Mona­te: +30 %
  • 25–36 Mona­te: +50 %
  • ab 37 Mona­te: +75 %

7. Fazit

Mit den ab 2025 gel­ten­den höhe­ren Leis­tungs­be­trä­gen und der fle­xi­blen Nut­zung des gemein­sa­men Jah­res­bud­gets für Kurz­zeit- und Ver­hin­de­rungs­pfle­ge wird die Pfle­ge­fi­nan­zie­rung deut­lich plan­ba­rer. Es lohnt sich, die indi­vi­du­el­len Ansprü­che je Pfle­ge­grad genau zu ken­nen und durch Bera­tungs­an­ge­bo­te opti­mal zu nutzen.

💡 Tipp: Nut­zen Sie regel­mä­ßig die Pfle­ge­be­ra­tung, um alle Leis­tun­gen aus­zu­schöp­fen und Ihre Finan­zie­rung opti­mal zu gestalten.